Monat: Juni 2019

oleanna – ein machtspiel

inszeniert für das stadttheater bremerhaven

carol sitzt verzweifelt nach johns vorlesung im hörsaal. sie hat für ein referat über den lehrstoff seines seminars eine ungenügende note bekommen. john bietet ihr an, den stoff in seinem büro noch einmal durchzuarbeiten und anschließend ihre note in «bestanden» zu ändern. als sich ihre verzweiflung nicht legt, nimmt er sie tröstend in den arm.

zwei wochen später, selber ort: was aus sicht des professors ein zwar nicht regelkonformes aber gut gemeintes hilfsangebot war, sieht aus der sicht der studentin ganz anders aus. johns verhalten wertet sie als paternalistisch, das angebot, zur nachhilfe in sein büro zu kommen, als annäherungsversuch und den arm um ihre schultern als sexuelle belästigung. also hat sie sein verhalten der antidiskriminierungsstelle der hochschule gemeldet. jetzt geht es für john, dessen berufung zum ordentlichen professor gerade bevorsteht, um alles oder nichts. er bearbeitet carol, die anzeige fallen zu lassen. sie geraten in streit.

wie immer bei david mamet hängt alles am richtigen gebrauch der worte. was hat john wirklich gesagt beim ersten gespräch? wie hat carol es verstanden? wie unterschiedlich ist die wahrnehmung zweier menschen von ein und demselben ereignis?

das 1992 uraufgeführte stück, das auf einem wahren fall basiert, ist gerade von einer offensichtlichen aktualität.

premiere war am 31.5.2019 im hörsaal M200 der hochschule bremerhaven, inszeniert für das stadttheater bremerhaven

 

inszenierung und ausstattung: magz barrawasser

dramaturgie: peter hilton fliegel

mit: juliane schwabe und kay krause

regieassistenz: luise peters

bildnachweis für alle fotos: heiko sandelmann / stadttheater bremerhaven

judas

inszeniert für das staatstheater augsburg

im sommer 2019 mit pirmin sedlmeir

ab herbst 2019 mit roman pertl

er hat einen namen, den jeder kennt und den er selber nie ausspricht. seit zweitausend jahren ist sein schicksal untrennbar mit dem von jesus christus verbunden, den sie messias nannten und doch an ein kreuz nagelten. jetzt aber spricht er – nicht als entschuldigung, nicht als rechtfertigung. sondern um sich heranzureden an den verrat an seinem besten freund, meister, heiland. judas kann charmant sein, selbstreflektiert, aber er wütet auch und verzweifelt. er ist mensch wie wir und soll doch auch prinzip sein, lebendiger dualismus – ohne licht kein schatten, ohne judas kein jesus. Ein kuss, eingebrannt auf die eigene netzhaut, der den lauf der welt verändert hat.

»judas« wurde 2007 ur- und 2012 in deutschland erstaufgeführt, seitdem läuft das stück aus der feder der erfolgreichen niederländischen autorin lot vekemans in zahlreichen städten. in augsburg zieht der monolog für das staatstheater im sommer 2019 direkt vor eine der geschichtsträchtigsten kirchen der stadt, ab herbst 2019 wird das stück in verschiedenen kirchenräumen zu sehen sein.

premiere war am 18.5.2019 auf dem westchor der moritzkirche in augsburg, inszeniert für das staatstheater augsburg

inszenierung, bühne, kostüm: magz barrawasser

dramaturgie: kathrin mergel

mit: pirmin sedlmeir / roman pertl

assistenzen: eva-marie stillger (regie), celia hofmann (ausstattung), florian mahlberg (regie)

bildnachweis für alle fotos: jan-pieter fuhr / staatstheater augsburg