inszeniert für das schauspiel essen

ein job mit fettem gehalt, hübscher sekretärin und firmenwagen – das wär‘s doch. andrej hat am abendkolleg den kurs „grundlagen von wirtschaft und marketing“ belegt und ist nun fest entschlossen, endlich „das system“ kennenzulernen und sich seinen platz darin zu sichern. nicht wie peter, dieser schnorrer, der mit sicherheit kein obdachloser, sondern ein betrüger ist. das system von innen heraus zu verändern, dazu ist wiederum mani fest entschlossen und versucht, den studierenden in seinen vorlesungen das genie und den wahnsinn in vergessenheit geratener ökonomen zu vermitteln. martina träumt unterdessen davon, die stadt endlich hinter sich lassen zu können, um auf dem land als öko-selbstversorgerin zu leben. doch mit dem job im tabakladen wird sie das geld dafür wohl nicht zusammen bekommen. und dann ist da noch diese zweite martina in ihrem kopf, die nicht mehr warten will, sondern nehmen – nehmen, was ihr doch genauso zusteht wie den anderen auch! freja schließlich würde sprichwörtlich über leichen gehen, nur um wenigstens ihren alten job zurückzubekommen.

jonas hassen khemiri, einer der bekanntesten gegenwartsautoren schwedens, exerziert diese zumutung einer zur markthalle gewordenen welt an den erzählerisch kunstvoll verzahnten schicksalen von fünf menschen durch, die den anschluss an die ökonomische entwicklung längst verloren haben und sich im spannungsfeld zwischen unterordnung und rebellion dazu verhalten müssen.

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hier gibt es die nachtkritik zu „ungefähr gleich“, alles weitere ist in meinem pressespiegel hinterlegt.

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premiere war am 30.11.2018 im schauspiel essen

inszenierung: magz barrawasser

bühne und videografie: friederike külpmann

kostüm: rabea stadthaus

dramaturgie: carola hannusch

mit: philipp noack, sven seeburg, alexey ekimov, stefan migge, henriette hölzel, melanie lüninghöner, kalle spies

Sven Seeburg in der Inszenierung „≈ [ungefähr gleich]“ von Jonas Hassen Khemiri; Regie: Magz Barrawasser

alle bilder fotografiert von matthias jung für theater und philharmonie essen