niemand erwartet, dass hamlet auf der bühne wirklich stirbt. warum hält sich dann so hartnäckig die vorstellung, intime szenen müssten sich für die darstellenden möglichst echt anfühlen, um das publikum zu überzeugen? intimitätskoordination stellt diese annahme infrage. sie schafft einen professionellen probenprozess, in dem körperliche nähe choreografiert, grenzen respektiert und künstlerische freiheit erweitert wird.
beim arbeiten mit simulierter intimität auf der (probe)bühne überschneiden sich die körperlichen grenzen der darstellenden mit denen der figuren – damit nähern sich automatisch auch die rahmungen des persönlichen empfindens von intimität an oder können sich überdecken. die aktuellen strukturen im system der darstellenden künste lassen im weiten spektrum der intimität sowohl in der ausbildung als auch auf der probebühne oft wenig raum für das abgleichen und vereinbaren von grenzen, möglichkeiten und visionen.
um dem entgegenzuwirken biete ich für alle sparten intimitätskoordination sowie vorträge und workshopformate an. ich vermittle dabei gedankliche anregungen sowie konkrete kommunikative und praktische handlungsoptionen, mit denen ein sichererer arbeitsraum für alle beteiligten geschaffen werden kann – auf dem weg zu einer besseren gemeinsamen praxis am theater, in der ein „nein“ keine blockade sondern ein kreativer wegweiser ist.
intimitätskoordination
die intimitätskoordination ist in deutschland als spezialisierte künstlerische position ein recht junges berufsfeld. ihr ziel ist, bei der konkreten erarbeitung von szenischer intimität psychologische sicherheit und ein geschütztes arbeitsumfeld für alle beteiligten zu gewährleisten.
als intimitätskoordinatorin unterstütze ich in theater, oper und tanz die darstellenden ebenso wie die anleitenden personen (regie, choreografie, musikalische leitung) und andere beteiligte (technik, gewerke, assistenz), um szenen mit simulierter intimität sicher und einvernehmlich zu gestalten. so, dass die persönliche grenzen gewahrt werden können. mein ziel ist dabei nicht, intimität zu begrenzen, sondern ihre darstellung sicherer, mutiger und erzählerisch präziser zu machen.
mit meiner arbeit trage ich dazu bei, die künstlerische vision einer produktion mit den individuellen bedürfnissen der mitwirkenden zu verbinden. ich schaffe einen raum, in dem kreative prozesse und persönliche grenzen hand in hand gehen. zusätzlich wirkt die intimitätskoordination durch klare kommunikation und das festlegen von körperlichen handlungen immer auch präventiv im hinblick auf machtmissbrauch oder übergriffiges verhalten und sensiblisiert arbeitsumfelder.
choreografien, workshops und vorträge
mein handwerk umfasst neben viel kommunikation mit allen beteiligten vor allem das präzise choreografieren von szenen mit simulierter intimität. hierbei geht es um körperlichen kontakt zwischen figuren, nacktheit oder emotionale nähe.
in workshops und vorträgen an bühnen und ausbildungsstätten aller sparten thematisiere ich zudem in verschiedenen formaten die möglichkeiten der intmitätskoordination in den darstellenden künsten und gebe raum für reflexion und horizonterweiterung im hinblick auf die eigene berufliche position.
meine ziele
- verständnis und akzeptanz für intimitätssensible arbeit fördern
das bewusstsein dafür stärken, dass intimitätssensible arbeit künstlerische visionen unterstützt, kreative prozesse bereichert und zu einem sichereren sowie freieren arbeitsumfeld beiträgt anstatt künstlerische freiheit einzuschränken. - bewusstsein, reflexions- und handlungskompetenz entwickeln
alle beteiligten befähigen, verantwortungsvoll mit intimen inhalten umzugehen, eigene grenzen zu erkennen und zu kommunizieren sowie den mehrwert professioneller begleitung und aufklärungsarbeit für künstlerische prozesse zu verstehen. - professionelle werkzeuge für die künstlerische praxis vermitteln
konkrete methoden und arbeitswerkzeuge für die gestaltung intimer szenen bereitstellen, um ausdrucks- und gestaltungsmöglichkeiten zu erweitern und kreative prozesse sicher und zugleich künstlerisch offen zu gestalten. - eine nachhaltige kultur sicherer zusammenarbeit etablieren
ich möchte alle beteiligten darin stärken, ihre grenzen aktiv in den kreativen prozess einzubringen, gemeinsam einen sichereren arbeitsraum zu gestalten und auch unabhängig von einer dritten instanz eine respektvolle und verantwortungsvolle arbeitskultur zu leben.
meine grundlagen
- profundes und spezifisches wissen über die strukturen der darstellenden künste und brancheninterne etikette durch über 20 jahre berufserfahrung rund um die bühne
- fundierte aus- und weiterbildungen in den bereichen intimitätskoordination, bühnenspezifische intimitätsarbeit, kommunikation und leitung (u.a. bei theatrical intimacy education, USA)

mein angebot
ich vermittle auf die probenarbeit zugeschnittene praktische arbeitswerkzeuge für die entwicklung von szenen mit intimen inhalten. ich biete vorbereitende übungsstrukturen an, um eine gemeinsame grundlage für proben und aufführungen mit intimen inhalten zu gestalten. ich arbeite immer in engem austausch mit team und ensemble und verbinde dabei die jeweiligen blickwinkeln der beteiligten mit der künstlerischen vision.
auswahl meiner referenzen
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ich habe als intimitätskoordinatorin verschiedene lehraufträge.
ich bin profimitglied des BIK e.V.
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