18. 2.

manchmal ist es nicht leicht, den überblick zu behalten: so viele gedanken im kopf, so viele termine im kalender, so viele fäden im netzwerk, so viele projekte auf der (wunsch)liste, so viele menschen, themen, bücher.

im englischen wort „nowhere“ stecken die worte „now“ und „here“. das fällt mir immer mal wieder ein, denn es ist so wichtig, bei all dem jetzt und hier das nirgendwo nicht zu vergessen. das immer wieder gekonnt hin und her pendeln ist die kunst.

gar nicht so einfach.

15. 2.

ein gespräch in der tram:

– wir haben gestern die neuen hundesteuermarken bekommen.

– ja, wir auch. dieses jahr sind sie blau. das find ich gut.

– letztes jahr waren die ja schwarz. das fanden wir auch gut.

– irgendwann gab es auch mal rote, oder?

– stimmt. und pinke.

– die fand ich witzig!

– nee. ich nicht. naja, für die mädchen schon. aber stell dir doch mal so einen bulligen hund wie den henry mit einer pinken marke vor.

– hm. stimmt. das geht nicht…

genderwahnsinn at it‘s best.

13. 2.

ein dauerhaft installiertes, ausklappbares hinweisschilder für den rosenmontagszug? offenbar ist nicht nur in köln der jährliche ausnahmezustand unkomplizierte stadtroutine.

12. 2.

neues aus dem „problemviertel“ – teil 2

„du wohnst in altendorf? krass… da würde ich mich ja unwohl fühlen. war da nicht letztens noch irgendwas wegen bandenkriminalität in der zeitung…?“

ein freund erzählt mir folgende begegnung, die er in altendorf erlebt hat: die tram nähert sich der station und um sie noch zu bekommen joggt er los. auf dem bahnsteig rennt ebenfall ein junger mann los richtung bahn, dem eine frau hinterher ruft „wo willst du denn hin? wir wollen doch noch in den supermarkt!“ die tram bremst, der mann drückt den türöffnerknopf und mein freund hört im einsteigen, wie der mann seiner frau zu ruft „ich komm! ich hab nur eben die tür aufgehalten – der kerl hier musste doch die bahn noch kriegen.“

11. 2.

diese installation aus katze und ratte auf einem sperrmüllberg hat mich wirklich fasziniert – vorallem, weil die katze einige stunden vorher ein paar meter entfernt lag und ich daraus schließe, dass jemand dieses bild bewusst aufgebaut hat. etwas ekelig, zugegebenermaßen, aber trotzdem lustig, dass offenbar nicht nur mir solche ideen kommen.

10. 2.

neues aus dem „problemviertel“ – teil 1

wenn man in essen den stadtteil altenessen erwähnt ist die reaktion meistens “ was? warum fährst du da hin? was willst du denn da? gab es da nicht letztens erst eine schießerei?“ genau dort befindet sich ein fitnessstudio, zu dem ich gerade des öfteren und sehr gerne gehe – weil sich dort die menschen grüßen, man mal kurz miteinander scherzt auf dem weg zur umkleide, das studio verkehrsgünstig liegt, die atmosphäre auf dem kleine platz davor entspannt ist und die anderen sportler*innen bei kursbeginn füreinander die geräte bereit legen.

ein paar tage vorher war ich zum probetraining in einem studio in rüttenscheid. „oh, schön! in rüttenscheid ist es so angenehm zu leben! da gucke ich gerade nach einer günstigen wohnung.“ im dortigen fitnessstudio gibt es espresso, ristretto und americano aus der glänzenden barista-maschine. die mitarbeitenden tragen blazer. über der sesselecke hängt ein „lounge“-schild. aber nachdem ich dort anderthalb stunden trainiert habe, in der umkleide niemand hallo oder tschüss sagte, kein*e kursteilnehmer*in sich beim trainer für die yogastunde bedankte und der großteil der damen rosa trug habe ich mal wieder festgestellt, dass ich ziemlich genau weiß, in welche teile der stadt ich gehöre.

9. 2.

dieses bild wird in einer chocolaterie in gent ausgestellt. es ist eine nachbildung von einem gemälde von jan van eyck. von einem chocolatier nachgemalt. bloß wesentlich kleiner. mit bunter schokolade. die nicht essbar ist.

…manchmal fällt es mir schwer, die auswüchse zu akzeptieren, die das leben in einem wohlhabenden land in mitteleuropa mit sich bringt…

7. 2.

ein gesprächsfetzen, den ich im vorbeigehen aufschnappe:

„dein bruder MUSS leute belästigen und festnehmen. der ist polizist!“